Neuste Beiträge

Digitaler Arbeitsschutz: Beratung und Weiterbildung

Das Interaktionsmodell Digitaler Arbeitsschutz (IDA) wurde von Sabria David entwickelt und bildet die theoretische Grundlage für die Beratung und Weiterbildung des Slow Media Instituts im Bereich medialer Gesundheitsprävention. weiter lesen …

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Medienresilienz

Rosellasittiche pflegen sie, ebenso wie Komorenbuschsänger und Kaiserpinguine: Kontaktrufe sind im Tierreich weit verbreitet. Auch zwischen der Füchsin und ihren spielenden Welpen werden Kontaktrufe getauscht. Unsere Verwandten, die Affen, stabilisieren mit Kontaktrufen das soziale Gefüge der Gruppe.
Kontaktrufe signalisieren “Ich bin hier”. Zugleich steckt in dem Kontaktruf auch die Frage “Wo bist du?” und das Warten auf Antwort. Kontaktrufe dienen also zugleich der Selbstvergewisserung wie auch dem Halten und Wiederherstellen des Kontaktes zu anderen.

Stellen wir uns digitale Kommunikation über soziale Medien als Kontaktruf vor: Zeigt sich nicht auch in der Kommunikation über Twitter, Facebook, WhatsApp, Snapchat die Suche nach einem Gegenüber? Suchen wir nicht auch hier nach Antwort, nach Spiegelung, nach Selbstvergewisserung? Suchen wir nicht auch in unserer Mailbox nach Zeugnissen unserer selbst? weiter lesen …

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Narzissmus und Selbstzerstörung – die zwei Seiten von Populismus, Radikalisierung, Trumpismus und Fakenews

[in english]

Wir leben in sonderbaren Zeiten. Es ist es schwer zu entschlüsseln, was genau grade in der Welt passiert und nach welchen geheimen inneren Gesetzmäßigkeiten Phänomene wie der europäische Vormarsch der Rechts-Populisten, der Brexit, Trumps Wahl oder die Rekrutierung europäischer Jugendlicher für Salafismus und IS ablaufen. Und dennoch scheint es einen gemeinsamen Nenner hinter diesen Phänomenen zu geben: das irritierende Zusammenfallen von Narzissmus und Selbstdestruktion. weiter lesen …

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Narcissism and self destruction – the two sides of populism, radicalisation, trumpism and fakenewsism

[auf deutsch]

We are living in strange times, that’s obvious. Looking at the spreading right populism, the radicalisation of young people, post truth and fakenewsism that emerge all over the world – there is one thing I really wonder about most: The strange coincidence of narcissism and self destruction.

Considering narcissism as self-elevation, selfishness and lack of empathy we see striking parallels to today’s politics and society. weiter lesen …

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Digitale Bildung: Es tut sich was!

Als ich Anfang Oktober nach dem Tag der deutschen Einheit von Tirana zurück nach Deutschland fuhr, war ich deprimiert. Ich hatte dort auf Einladung des Goethe Zentrums bei einer Veranstaltung der deutschen Botschaft einen Vortrag über “Ursachen und Folgen des digitalen Wandels” gehalten. Auf dem anschließenden Podium saßen albanische Medien-Professoren, die über “digital literacy” sprachen. Sie gingen wie selbstverständlich davon aus, dass bei uns in Deutschland, einem technologisch hochentwickelten Land, natürlich längst digitale Kompetenz und Medienbildung einen festen Platz in unserem Bildungssystem haben.

Weit gefehlt, antwortete ich. weiter lesen …

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Was tun gegen Hatespeech?

Kommunikation – auch digitale – bedeutet Kontaktaufnahme, Zugewandtheit, Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Bindung. Digitale Austauschräume ziehen aber auch die dunkle Seite menschlicher Kommunikation an: Abschätzigkeit, Missachtung, Entwürdigung, ja Verachtung und Hass. Alle Plattformen, die offenen Austausch ermöglichen, haben ein Problem mit destruktiver Kommunikation. Ob Facebook, Twitter oder Wikipedia – neben Kommunikation, die gelingt und Brücken baut, gibt es immer auch Kommunikation, die destruktiv ist, Brücken einreißt, Hürden aufbaut und übergriffig und angreifend ist. Überall im Digitalen gibt es diese Ecken, Räume und Bühnen, auf denen ein rauer und rüder Umgangston herrscht, wo barsch, abwertend und verächtlich gesprochen und geschrieben wird. Hatespeech ist das vielleicht noch nicht, aber es bereitet dafür Raum und Nährboden.

Wie sollen wir damit umgehen? Wie gelingt es uns, im Digitalen ein positives Kommunikationsklima zu etablieren, das wertschätzend und konstruktiv ist? Wir können wir es bei aller Freiheit fördern, sachlich und offen, zugewandt und aufmerksam zu sein? weiter lesen …

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Tirana. Stadt in der Schwebe

Albanien, seit 2014 EU-Beitritts-Kandidat, liegt nur zwei Flugstunden von hier entfernt zwischen Italien und Griechenland und scheint doch der letzte weiße Fleck auf Europas Landkarte zu sein. Das letzte europäische Abenteuer. In diesen, mir selbst vorher nicht bekannten, weißen Fleck wurde ich eingeladen, um einen Vortrag über die “Ursachen und Folgen des digitalen Wandels” zu halten. Gastgeber war das Goethe Zentrum in Tirana. Vortrag und Podium fanden im Rahmen des “Deutschen Oktobers” statt, einer Veranstaltungsreihe der Deutschen Botschaft.

Unmöglich, hier in Deutschland vor meinem Vortrag in Albanien verlässliche Informationen über dieses Land zu bekommen. Die Informationen waren widersprüchlich (über die Gültigkeit von EC-Karten) oder von Ratlosigkeit gezeichnet (“Albanien? Da muss ich Sie zurückrufen!”). Albanisch ist eine indogermanische Sprache, ein eigener Zweig ohne Sprachverwandte, was für eine irritierende Isolation spricht. Die Albaner seien ein ungeduldiges Volk, hieß es, und in den Bergen gälte noch die Blutfehde (zwei Informationen, die zusammengenommen latent beunruhigend wirken).

hicsuntdracones3“Hic sunt dracones” notierten frühe Kartographen an die Ränder der mit Unwissen gefüllten weißen Flächen des Bekannten. Sie waren und sind Grauzonen, Projektionsflächen für Befürchtungen und allerlei.

So bin ich also – kurz nach dem Tag der deutschen Einheit – mit einer Mischung aus Neugier und Vorsicht nach Tirana geflogen. Mein Fachgebiet, der digitale Wandel, ist schließlich auch ein Neuland. Und was soll ich sagen? Dort ist – natürlich – alles ganz anders als es von hier aus erscheint. weiter lesen …

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Reoralisierung: Die Wiederbelebung mündlicher Kultur im digitalen Zeitalter

Sabria David

“Print, as it were, translated the dialogue of shared discourse into packaged information, a portable commodity.”

 Marshall McLuhan, The Gutenberg Galaxy (1962)

Der digitale Wandel ist eine tiefgreifende Veränderung, die unsere Gesellschaften strukturell verändert. Disruptive Geschäftsmodelle und Phänomene finden sich in allen Disziplinen und Bereichen des Lebens. Wikipedia hat in nur wenigen Jahren Ikonen des statischen Buchdrucks wie den Brockhaus und die Encyklopædia Britannica abgelöst; die Rolle von Gatekeepern im Journalismus und Verlagswesen schwankt, das Urheberrecht steht in Frage.

Warum ist das so? Die Kulturhistorie gibt uns Aufschluss darüber, wie fundamental diese Veränderung tatsächlich ist: Mit den digitalen Medien ist eine neue Schriftkultur entstanden, die Aspekte der mündlichen Tradition mit denen der schriftlichen verbindet. Meine Formel zu dem, was ich „Reoralisierung“ nenne, lautet:

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Digitale Identitäten und Salonkultur: Kooperation mit Goethe Institut

logoDas Projekt „Streaming Egos – Digitale Identitäten“ ist ein Exzellenz-Projekt der Goethe Institute Südwest-Europas in Kooperation mit dem Slow Media Institut Bonn und dem NRW-Forum Düsseldorf. Das diskursive Forschungsprojekt zur Rolle digitaler Medien bei eurpäischen Identitätsbildungs-Prozessen wird kuratiert von Sabria David, die mit dem Goethe-Salon.de auch den deutschen Länderzirkel leitet.

How can digital media enable transnational discourse and shape identity?

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Die Slow Media Types: eine repräsentative Studie

Der Slow Media Ansatz wird in über 30 Ländern rezipiert, an Hochschulen beforscht, in Doktorarbeiten durchleuchtet und  in der Praxis von Mediennutzern und -produzenten weltweit angewendet. Der in dem Slow Media Manifest zuerst formulierte und dann weiterentwickelte “neue Blick” auf Mediennutzung ist kein flüchtiger Trend, sondern öffnet eine bedeutsame, medienübergreifende und eng mit den Erscheinungen des digitalen Wandels verknüpfte Perspektive auf unser Mediennutzungsverhalten. Dies belegt unsere repräsentative Studie, die die Erkenntnisse des Slow Media Ansatzes nun auch mit validen Zahlen und einer umfassenden quantitativen Studie untermauert.

Die Slow Media Studie

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